I. Archaische Zeit
In den Jahren zwischen 650 und 500 v. Chr. fertigten die Griechen zum ersten Mal lebensgroße Skulpturen. Die Statuen nackter junger Männer und schön bekleideter junger Mädchen standen in strenger Haltung auf Gräbern und in Heiligtümern. Figurengruppen, die die Giebelfelder der großen Tempelbauten schmückten, erzählen die frühen Mythen und Legenden der Griechen.

II. Klassische Zeit
In den Jahrzehnten nach 500 v. Chr. entwickelten die griechischen Künstler ein naturnahes Menschenbild. Die klassische Skulptur zeigt Körper von idealer Schönheit. In eleganter Haltung werden Götter, Helden und verdiente Bürger im öffentlichen Raum der griechischen Stadt aufgestellt. Auf den Gräbern berichten Reliefbilder vom reichen und tugendvollen Leben der bürgerlichen Elite.

III. Hellenismus
Alexander der Große eroberte um 330 v. Chr. das persische Großreich. Damit wurde die griechische Kunst für die antike Welt bestimmend. Die hellenistische Skulptur spielt mit den Emotionen des Betrachters. Gegen die ideale Schönheit der vorausgegangenen Epoche setzen die Künstler auch Aspekte des Schreckens, der Gewalt und des Hässlichen.

IV. Römische Republik und Kaiserzeit
Die Kunst der frühen Kaiserzeit, angefangen mit Kaiser Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr.), setzt dem Realismus der späten Republik eine Wiederbelebung der klassischen Idealität entgegen. Das Porträt des Kaisers, das überall im Reich aufgestellt wurde, repräsentierte Macht und Würde. Die Sarkophage der römischen Bürger waren mit Reliefbildern griechischer Mythen geschmückt, die in ihrer Schicksalhaftigkeit die Trauer der Hinterbliebenen steigerten.

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