WANDSTÜCKE
von Thomas Gronegger

22. September  bis
10. Dezember 2006

 „Wandstücke“, so nennt Thomas Gronegger seine vier Arbeiten, die in der Glyptothek gezeigt werden. Sie sind aus Holz, Styrodur und Alabastergips gefertigt. Auch wenn keines dieser Werke an der Wand angebracht ist, sondern sie vor einer Wand, bzw. frei im Raum stehen und eine sogar am Boden liegt, ist dieser Titel berechtigt. Es sind modellartige Gestaltungen von Architekturpartien, die als Vorbilder für mögliche Wandgestaltungen dienen könnten. In der Feinheit ihrer Ausführung erinnern sie an manche Renaissance- Modelle. In der Form unterscheiden sie sich jedoch von diesen Vorbildern und sind rein künstlerische Erfindungen, die - Architektur und Ornament verbindend - mit dem Formenkanon antik-abendländischer Wandgestaltung spielen und ihn fantasievoll erweitern.

„Ornament und Verbrechen“ so nannte Adolf Loos 1908 sein Traktat, in dem er die damalige Sucht, alle Gegenstände mit modischen Ornamenten zu überziehen, anprangerte. In der Nachfolge des Bauhauses hat die Phobie vor jeglicher detaillierter Gliederung architektonischer Formen zu einer Öde der Architektur geführt, wie man sie heute von so vielen Bauten kennt. Gerade in der Glyptothek, die eine der wenigen glücklichen Neugestaltungen eines klassizistischen Bauwerkes darstellt, hat Groneggers Auseinandersetzung mit der Tradition der Wandgestaltung nicht nur eine große Berechtigung, sondern auch seinen besonderen Sinn.

Der Künstler, Prof. Dr. Thomas Gronegger (geboren 1965), arbeitet in Wien und ist seit 2005 Leiter des Studios für Bild- und Baukunst an der New Design University in St. Pölten. Bekannt wurde er durch Ausstellungen u.a. in Wien und Rom sowie durch größere Buchpublikationen: Riceto der Biblioteca Laurenziana (1997); Roma Decorum; Design Process in Architecture (2000).

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitpublikation (Verlag Anton Pustet, 48 Seiten, mit 33 teilweise farbigen Abbildungen).

An der Museumskasse Euro 10,-; im Buchhandel Euro 14,-.

 Glyptothek München, Königsplatz 1, 80333 München, Tel. 089/286100

 Öffnungszeiten: Di – So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr

Eintritt: Euro 3,50/2,50, Sonntag 1,- (kein gesonderter Eintrittspreis für die Sonderausstellung).


 
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